Fränkischer Tag Expertentip - GreenIT
Die aktuelle Leserfrage:
“Es wird soviel von Green-IT gesprochen. Kann ich mit diesen Computern tatsächlich Geld sparen und gleichzeitig die Umwelt entlasten. Und wenn ja, wie mache ich das?”
Green-IT ist das alles beherrschende Thema im Computerbereich. Oder sagen wir genauer: Energieeffizienz, und die damit verbundene Kostenoptimierung und Ressourcenschonung. Wo gibt es das schon, dass man gleichzeitig die eigenen Kosten reduzieren, und gleichzeitig etwas für die Umwelt tun kann? Green-IT, wenn sie richtig gemacht wird, ist ein gutes Beispiel dafür, dass entgegen landläufiger Meinung Umweltschutz nicht zwangsläufig Geld kostet, sondern sogar sparen kann.
Verschiedene Studien haben festgestellt, dass die Stromkosten aktuell 10 bis 15 Prozent des gesamten IT-Kosten ausmachen. Und auf die Anschaffungskosten bezogen, müssen nochmals rund 50 Prozent davon für die im Betrieb anfallenden Energiekosten addiert werden. Und dies mit steigender Tendenz.
In Heller und Pfennig, oder besser in Euro und Cent heißt das, dass man im Privatbereich bei täglicher Nutzung bis zu 100 Euro Stromkosten einsparen kann. Noch spannender wird es im gewerblichen Bereich. Pro PC lassen sich hier im Dauerbetrieb die Stromkosten um bis zu 1.000 Euro senken. Pro PC wohlgemerkt! Rechnen Sie einmal die PCs in Ihrem Unternehmen zusammen, und multiplizieren Sie mit 1.000. Das ist Ihr Einsparpotential.
Die erste Komponente, auf die Sie achten müsssen, ist das Netzteil. Einfache Netzteile erreichen nur eine Effizienz von unter 75 Prozent. Das heißt mehr als ein Viertel der teuren Stromleistung verpufft in nutzloser Wärme. Moderne Netzteile erreichen dagegen einen Wirkungsgrad von über 90 Prozent, gehen also viel effizienter mit der Energie um und erzeugen weniger Abwärme. Zweites wesentliches Element ist der Prozessor. Auch hier gilt der Grundsatz: mehr Leistung pro Watt. Auf dieser Basis wurden die neuen Multicore-Prozessor-Generationen von Intel und AMD entwickelt. Multicore bedeutet, dass mehrere Prozessorkerne (Cores) auf einem Chip untergebracht werden. Dadurch steigt die Leistung, ohne dass die Taktfrequenzen in immer höhere und schwierig zu beherrschende Geschwindigkeitbereiche geschraubt werden müssen.
Auch im Betriebssystem schlummern Einsparpotentiale. Bei Windows XP sind die entsprechenden Einstellungen leider an verschiedenen Stellen verstreut. Erster Anlaufpunkt ist der Ordner „Energieoptionen” in der Systemsteuerung, wo die Schwellenwerte für Monitor- und Festplattenabschaltung, Standby und Ruhezustand eingestellt werden können. Windows Vista ist da komfortabler, da in dem gleichnamigen Ordner u.a. komplette eigene Energiesparpläne festgelegt und gespeichert werden können.
Wer PCs und Notebooks im gewerblichen Umfeld einsetzt, für den gibt es eine ganze Reihe weiterer Möglichkeiten, Strom und damit Geld zu sparen. Etwa mit dem Einsatz sogenannter Virtualiserungstechniken. Sie dienen dazu, die vorhandenen Hardwareressourcen besser und effizienter auszulasten. Allerdings, hier wird das Thema Green-IT etwas komplexer, und sollte einem geschulten Spezialisten anvertraut werden. Eine weitere Option ist der Einsatz sogenannter Thin Clients. Dies sind schlanke PCs für den Arbeitsplatz, die auf viele stromfressende Komponenten verzichten (etwa die Festplatte), aber nur in einem entsprechenden Netzwerk funktionieren, das diese Funktionen zur Verfügung stellt.
Und zum Schluß noch ein ganz profaner Tip. Viele Computer und Notebooks werden beim Abschalten nicht gänzlich vom Stromnetz getrennt, sondern ziehen einen sogenannten Standby-Strom aus der Steckdose. Für ein paar Euro schaffen hier Steckerleisten mit einem sogenannten harten Netzschalter für Abhilfe. Er trennt die angeschlossenen Geräte komplett vom Stromnetz und hilft damit, den Stromverbrauch zusätzlich zu senken. Manchmal ist Green-IT also ganz einfach.
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November 9th, 2008 at 3:22 pm
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